
In der modernen Physiotherapie und Sportmedizin rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt: Wie können Training und Therapie möglichst individuell, effektiv und zeitsparend gestaltet werden?
Zwei Verfahren stechen dabei besonders hervor: die Atemgasanalyse als diagnostisches Instrument und REHIT (Reduced-Exertion High-Intensity Interval Training) als innovative Trainingsmethode.
Die Atemgasanalyse ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem gemessen wird, wie viel Sauerstoff (O₂) der Körper aufnimmt und wie viel Kohlendioxid (CO₂) er wieder abgibt. Dadurch lässt sich der respiratorische Quotient (RQ) bestimmen, der Auskunft darüber gibt, ob der Körper vor allem Fette oder Kohlenhydrate zur Energiegewinnung nutzt.
Typischer Ablauf:
Die getestete Person trägt eine Atemmaske.
Die Untersuchung erfolgt entweder in Ruhe (Stoffwechsel- und Grundumsatzanalyse) oder unter Belastung (z. B. auf dem Fahrradergometer oder Laufband).
Parameter wie VO₂max, anaerobe Schwelle und Energieumsatz werden präzise bestimmt.
Rehabilitation: z. B. nach Herzinfarkt oder bei chronischen Erkrankungen.
Trainingsteuerung im Sport: Bestimmung von Schwellenwerten und optimalen Belastungszonen.
Gewichtsmanagement: Analyse, warum Abnehmen trotz Diäten oft nicht gelingt.
Gesundheitsvorsorge: Früherkennung eines eingeschränkten Stoffwechsels.
Früher war diese Methode teuren Laboren vorbehalten – dank moderner, wartungsarmer Systeme ist sie heute auch in Physiotherapiepraxen praktikabel.
REHIT (Reduced-Exertion High-Intensity Interval Training) ist eine Weiterentwicklung klassischer HIIT- und Sprint-Intervall-Programme. Es kombiniert maximale Trainingseffekte mit minimalem Zeitaufwand.
Aufwärmen: 2–3 Minuten in sehr niedriger Belastung.
Zwei „all-out“-Sprints: Jeweils ca. 20 Sekunden maximale Intensität (supramaximal).
Erholungsphasen: Mehrere Minuten sehr leichte Bewegung.
Cool-down: 2–3 Minuten lockeres Ausfahren.
Gesamtdauer: unter 10 Minuten.
VO₂max-Steigerung um 10–12 % bereits nach 6–8 Wochen bei nur drei Einheiten pro Woche.
Verbesserte kardiovaskuläre Fitness und Insulinsensitivität.
Effektive Fettverbrennung, vergleichbar mit deutlich längeren Ausdauereinheiten.
Hohe Akzeptanz, da die subjektive Belastung gering bleibt – nur zwei sehr kurze, intensive Phasen.
| Merkmal | HIIT (High Intensity Interval Training) | REHIT (Reduced-Exertion HIIT) |
|---|---|---|
| Gesamtdauer | 20–45 Minuten | 8–10 Minuten |
| Belastungsintervalle | Mehrere, oft 1–4 Minuten | 2 × 20 Sekunden „all-out“ |
| Erholung | Moderat | Sehr niedrig |
| Belastungsempfinden | Hoch | Geringer |
Damit ist REHIT besonders für zeitknappe Personen, Einsteiger, Reha-Patienten und Leistungssportler interessant, die einen zusätzlichen Effizienzreiz setzen wollen.
Die größte Stärke liegt in der Kombination beider Ansätze:
Die Atemgasanalyse zeigt exakt, wie der Stoffwechsel funktioniert, wo Schwachstellen liegen und wie belastbar das Herz-Kreislauf-System ist.
REHIT setzt dort gezielt an, indem es mit minimalem Aufwand maximale Anpassungen im Stoffwechsel und in der Ausdauerleistungsfähigkeit auslöst.
Regelmäßige Retests (z. B. alle 12 Wochen) machen Fortschritte messbar und erlauben eine präzise Anpassung des Trainings.
So entsteht ein Kreislauf aus Diagnostik – Training – Kontrolle, der sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation eine enorme Wirkung entfaltet.
Gesundheitsbewusste Menschen mit wenig Zeit, die effizient trainieren möchten.
Reha-Patient:innen, die unter ärztlicher Aufsicht sicher belastet werden sollen.
Sportler:innen, die ihre Leistung optimieren oder Plateaus überwinden wollen.
Menschen mit Übergewicht oder Stoffwechselproblemen, die Schwierigkeiten beim Abnehmen haben.
Die Kombination aus Atemgasanalyse und REHIT-Training bringt einen Paradigmenwechsel in Physiotherapie und Sportmedizin:
Training basiert nicht mehr auf Schätzungen, sondern auf harten Daten.
Mit REHIT lässt sich in wenigen Minuten pro Woche eine deutliche Verbesserung von Fitness und Stoffwechsel erzielen.
Für Praxen bietet es ein Alleinstellungsmerkmal – für Patient:innen und Kund:innen einen echten Mehrwert.
Mit anderen Worten: Mehr Effekt in weniger Zeit – und das wissenschaftlich fundiert.